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Meine Ausbeute von der Färbeaktion konnte ich natürlich nicht lange liegen lassen. An sich arbeite ich gerade an einem Pullover, von dem ich hier auch noch berichten werde, aber diese Herrlichkeit an Farben ist einfach zu verlockend. Das schreit doch geradezu danach, angeschlagen zu werden. Was liegt da näher, als auf die Idee zu kommen, aus einem der Stränge ein Geburtstagsgeschenk zu stricken. Da kann der Pullover doch gar nichts dagegen haben.

Natürlich kommt mir diese Idee am Sonntag für einen Geburtstag am nächsten Samstag. 50g Wolle in einer Woche – das sollte doch ein Klacks sein. Am besten nix kompliziertes, nur rechte und linke Maschen. Wie wäre es denn mit dem Horizontal Rib Hat, am Mittwoch ist der doch bestimmt schon fertig! Die Wolle hat zwar eine andere Stärke, aber umrechnen sollte hier doch kein Problem sein … nach 5 cm und der ersten Anprobe muss ich nochmal von vorne anfangen. Das würde auf einen sehr sehr gr0ßen Männerkopf passen. Am Montag Abend wird fleißig weiter gestrickt – das schaffe ich mit links!

Am Dienstag Abend flott weiter, einmal kurz anprobieren und dann … so was Blödes, die Wolle kratzt auf der Stirn! Was mache ich jetzt nur? Erst mal stabile Seitenlage und nachdenken. Hm, an der Stirn kratzt es, an den Händen aber nicht.  Für Handschuhe ist es zu wenig, aber Handstulpen sollten drin sein. Eine kurze Suche auf Ravelry mit der Garnstärke bringt mich schnell auf die Foxgloves von Clara Parkes. „Brave New Knits“, das Buch, in dem die Anleitung erschienen ist, habe ich sogar in meinem Regal. Dienstag und Mittwoch Abend wird fleißig weiter gestrickt, Donnerstag habe ich leider was anderes vor, der erste Handstulpen ist immer noch nicht fertig.

Zum Glück ist die Arbeitsteilung beim Autofahren bei uns einfach – er fährt, ich stricke. In drei Stunden Autofahrt schafft man schon was. Erster Handstulpen fertig, zweiter angeschlagen. Das wird wohl nicht mehr rechtzeitig fertig. Immerhin hat das einen Vorteil. Wenn ich die Handstulpen nach dem Abendbrot raushole und weitermache, sehe ich gleich eine Reaktion. Die Familie ist schon so sehr daran gewöhnt, dass ich mein Strickzeug raushole, dass das Geburtstagskind gar nicht auf die Idee kommen wird, dass die Stulpen für sie sein könnten.

Zum Glück ist die Reaktion positiv und die erste Stulpe passt. Das Muster ist wirklich sehr schön, nur sind die Stulpen am Handgelenk sehr kurz. Also wird kurzerhand an den Anschlagrand ein Bündchen angestrickt. Damit es sauberer aussieht, stricke ich die aufgenommenen Maschen rechts verschränkt ab, eine Runde links, eine Runde rechts und dann im Bündchenmuster weiter. Beim Abendessen am nächsten Tag sind die Stulpen dann fertig. Für Weihnachten habe ich gleich eine Sockenbestellung bekommen. Daraus schließe ich mal, dass die Stulpen dem Geburtstagskind gefallen. 🙂

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