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Gestern abend habe ich die Knöpfe an meinen Cypress Cardigan angenäht und heute war das Wetter gut genug, um ein paar Tragefotos im Freien zu machen.

Cypress Cardigan DCypress Cardigan C

Muster: Cypress Cardigan von Amy Herzog aus dem Buch „Knit to Flatter“

Garn: Wolle Rödel Bamboo Plus, 60% Bambus 40 % Nylon, Lauflänge 100g 208 m

Maschenprobe: 20 M x 29 R nach dem Waschen (21 M x 29 R vor dem Waschen)

Nadelstärke: 3,5 mm, Blenden mit 3,0 mm

Der Cardigan wird von unten in Einzelteilen mit eingenähten Ärmeln gestrickt. Für die Knopfblende und die Ausschnittblende werden nach dem Zusammennähen Maschen aufgenommen und dann die Blende angestrickt.  Die Anleitung ist klar geschrieben und gut verständlich, erhält aber einen kleinen Fehler. In der Anleitung steht, dass man die Einzelteile mit der kleineren Nadelstärke strickt. Die kleinere Nadelstärke wird aber nur für die Blenden genommen.

Bevor ich mit dem Stricken angefangen habe, habe ich nicht nur das Buch von Amy Herzog gelesen, sondern auch noch ihren Kurs auf Craftsy belegt. Dadurch wird einiges, was sie im Buch erklärt, noch deutlicher. Ich habe allerdings auf die Aktion mit den Fotos verzichtet, da ich mir ziemlich sicher bin, dass ich der „Proportional“-Typ bin. (Dass das nicht auf allen Fotos so aussieht, liegt daran, dass ich meine Lieblingsmann erstmal daran erinnern musste, nicht zu sehr von oben zu fotografieren. Ich habe auch ein paar Bilder, auf denen er dann extra von unten geknipst hat. Darauf sehe ich wie der „Bottom Heavy“-Typ aus. Die zeige ich Euch aber nicht.)

Das Buch und den Kurs kann ich sehr empfehlen. Besonders hilfreich fand ich die Tipps, an welcher Körperstelle man wieviel cm zu den eigenen Maßen zugeben oder davon abziehen muss, um einen gut sitzenden Pullover zu erhalten, in dem man trotzdem nicht wie eine Presswurst aussieht.

Außerdem nimmt man nach ihrer Methode nicht den Brustumfang, sondern misst den Umfang kurz unter den Armen, um an den Schultern einen möglichst guten Sitz zu erhalten. Ich habe die Größe für 96,5 cm als Grundlage genommen. Da mein Hüftumfang an der Stelle, an der ich das Bündchen haben wollte,  im Vergleich zur Standardfrau aber geringer ist, habe ich für die Hüften etwas mehr Maschen als für die eins kleinere Größe genommen. Die Taillenweite ist bei mir dann etwas kleiner als die Ausgangsgröße und mit den anschließenden Zunahmen erreiche ich dann die Ausgangsgröße für die Schultern.

Geändert habe ich außerdem die Ärmellänge und die Lace Panels. Die sind in der Anleitung auf beiden Seiten gleich gearbeitet. Ich habe sie gespiegelt, weil ich das schöner fand. Am Rücken kann man das besonders gut sehen.

Cypress Cardigan B

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Auch wenn ich den Cardigan aufgrund der dreiviertel-Ärmel wahrscheinlich dieses Jahr nicht mehr lange tragen kann, war es zumindest heute noch warm genug, auch ohne zusätzliche Jacke durch den Kutterhafen zu laufen. Zugegebenermaßen war es heute mittag verhältnismäßig windstill hier an der Nordsee.

Derzeit stricke ich hauptsächlich am Cypress Cardigan von Amy Herzog aus dem Buch „Knit to flatter“. Das ist der erste Pullover, den ich ein Einzelteilen und nicht in Runden stricke.

Cypress Cardigan

Wenn ich mir meine Projektseite auf Ravelry ansehe, dann fällt auf, dass es nicht wirklich schneller geht. Aber es fühlt sich zumindest so an. Vielleicht liegt es daran, dass die einzelnen Teile kleiner sind, als ein ganzer Pullover in Runden.

Außerdem … mal sehen, was ich dazu sage, wenn es daran geht, die Teile zusammen zu nähen. Ich bin schon etwas aufgeregt. Hoffentlich passt nachher alles. Zwischendurch mal anprobieren funktioniert hier nicht so einfach …

Wie sieht das perfekte Bündchen aus? Da kann man sicher geteilter Meinung sein. Seit gestern habe ich persönlich aber einen neuen Favoriten.

Verschränktes Rippenbündchen

Was ihr hier seht, ist der Anfang des Rückenteils des Cypress Cardigans von Amy Herzog. Es wird mit einem Tubular Cast on (auf deutsch heißt das glaube ich Tunnelanschlag) und anschließend einem verschränkten Rippenbündchen gearbeitet. Das war zwar beides etwas fummlig, vor allem beim ersten Versuch, doch ich finde, dass das Ergebnis die Mühe wert ist. Es sieht viel ordentlicher aus, als ein normales Bündchen.

Der Tubular Cast on beginnt damit, dass zunächst die Hälfte der Maschen in einer Kontrastfarbe angeschlagen werden. Die Kontrastfarbe ist wichtig, damit man nachher sieht, was man macht. Dann werden vier Reihen beginnend mit einer Reihe linker Maschen im eigentlichen Garn gearbeitet.

Tubular Cast On 1

Dann kommt der spannende Teil. Diese vier Reihen werden jetzt zu einem Tunnel geschlossen und die Anzahl der Maschen dabei verdoppelt. Dafür hebt man den ersten „Knubbel“ von der ersten Reihe linker Maschen auf die Nadel und strickt ihn als rechte Masche ab. Da das hier ein verschränktes Bündchen werden soll rechts verschränkt, geht aber natürlich auch ohne das Verschränken. Dann wird die nächste Masche auf der linken Nadel links gestrickt. Das wiederholt man so lange, bis man am Ende der Reihe angekommen ist und voila – man hat die doppelte Maschenzahl.

Tubular Cast On 2

Dann arbeitet man ganz normal das Bündchen. Für das verschränkte Rippenbündchen werden in den Hinreihen die rechten Maschen und in den Rückreihen die linken Maschen verschränkt gestrickt.Nach ein paar Reihen fummelt man den Kontrastfaden wieder raus.

Tubular Cast On 3

Eine Anleitung in Bildern auf Englisch findet sich beispielsweise hier in der Knitty – Tubular Cast on.

Ich habe dafür meine neueste Technikbuch-Errungenschaft Cast on, Bind Off von Leslie Ann Bestor genutzt. Das Buch finde ich richtig klasse. Die Anleitungen sind verständlich und mit vielen Bildern beschrieben. Es gibt zwar noch ein anderes Buch des gleichen Titels mit 211 Anschlags- und Abkettarten, doch zur Zeit denke ich, dass mir 54 Möglichkeiten reichen werden.

Das Bündchen ganz oben ist übrigens mein vierter Versuch. Die ersten drei ergaben sich dadurch, dass ich am Ende der Reihe, in der die Maschenanzahl verdoppelt wird, plötzlich ein paar einzelne Maschen auf der linken Nadel übrig hatte. Mein Tipp: zwischendurch anschauen, was man vorher gemacht hat. Man kann recht gut sehen, ob man da einen Fehler drin hat. Ich neige anscheinend dazu, spätestens auf der Hälfte der Strecke zweimal eine Masche von unten hoch zu heben.

Der vierte Versuch ergab sich dadurch, dass der untere Rand für meinen Geschmack zu fest war. In der Anleitung steht zwar, man solle mit der gleichen Nadelstärke, ggf. sogar mit einer kleineren, arbeiten, doch mir hat das Ergebnis nicht gefallen. Bis ich zu der Erkenntnis kam, hatte ich natürlich das Bündchen schon fertig … Ich habe trotzdem nochmal angefangen. Für die ersten vier Reihen habe ich eine größere Nadel (4 mm statt 3,5 mm) genommen und für die Reihe, in der die Maschenzahl verdoppelt wird, auf die kleinere gewechselt. Jetzt gefällt der Anfang mir richtig gut. Ich glaube, dass das daran liegt, dass ich nicht mit Wolle sondern einer Bambus-Polyzeugs-Mischung stricke, die nicht wirklich dehnbar ist.

Kaum war der grüne Kinderpullover fertig, musste natürlich das nächste Projekt her. Klar, ich habe noch Socken und eine Mütze auf den Nadeln, aber die zählen doch kaum, oder? Zur Zeit bin ich ganz begeistert von der Idee, mir total viele gut passende Pullover zu stricken.

Den passenden Pulli hatte ich mir schon länger ausgesucht – Parcel von Carol Feller. Passende Wolle in pink oder türkis hatte ich auch noch da. Worauf also warten. Doch ich war unschlüssig. Zu gerne hätte ich eine Pullover mit richtig vielen Zöpfen gemacht. Von glatt rechts hatte ich erst mal die Nase voll. Aber ich habe nicht das richtige gefunden. Entweder kein passendes Modell und die, die mir richtig gut gefallen hatten, waren für Wolle mit einer anderen Lauflänge gedacht. Neue Wolle kaufen wollte ich nicht, habe ich doch Wolle in Pullovermenge für sechs Pullover hier. Umrechnen bei vielen Zöpfen – das habe ich mir dann doch nicht zugetraut. Als ich schon fast dabei war, einen Pulli, der mir gar nicht so gut gefallen hat, anzufangen nur weil er viele Zöpfe hat, bin ich wieder zu mir gekommen.

Parcel sollte es sein. Ganz brav habe ich zwei Maschenproben in 3,5 und 3 mm Nadelstärke gemacht und vor und nach dem Waschen gemessen. Gestern abend habe ich dann den Pullover auf meine Maße umgerechnet und mich schon darauf gefreut, heute nach der Arbeit die ersten Maschen anzuschlagen. Zuhause angekommen bin ich noch einmal zur Besinnung gekommen. Ein Pullover. In Runden von unten gestrickt. Die Ärmel von oben angestrickt. Aus reiner Merinowolle. Im Hochsommer. Ich glaube, ich war nicht ganz bei Trost. Das verschiebe ich lieber auf den Herbst.

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Ich habe hier noch blaues Garn aus Bambus und Polyzeugs. Daraus will ich jetzt – klar – einen Pullover machen. Aber einen, der in Einzelteilen gestrickt wird. Ich hoffe, dass das besser geht, wenn ich nicht einen ganzen Wollpulli auf dem Schoß habe. Einen Vorteil hat das aber. Die Strickjacke, die ich mir ausgesucht habe, ist aus dem Buch „knit to flatter“ von Amy Herzog. Da kann ich doch den Craftsy Kurs von Amy Herzog weitermachen. Und dann stricke ich die Strickjacke aus ihrem Buch mit den Hilfen aus dem Kurs. Die Maschenprobe kann ich ja machen, während ich die Kursvideos ansehe. Zur Not kann ich dann immer noch parallel am Socken weiterstricken, der geht auch ohne Hinsehen.

Das klingt nach einem Plan.

P.S.: Ich habe gerade gesehen, dass heute der Kurs von Amy Herzog und noch viele andere Strickkurse auf Craftsy reduziert sind. Da findet Ihr bestimmt etwas, was Euch interessiert. Wer skeptisch ist, kann ja zunächst einen der kurzen kostenlosen Kurse machen. Gut Englisch sollte man allerdings können dafür (Ich bekomme auch keine Provision von denen …)

Ich gehe jetzt  kurz stöbern, ob ich noch einen Kurs finde, den ich gerne machen möchte.

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