Wie sieht das perfekte Bündchen aus? Da kann man sicher geteilter Meinung sein. Seit gestern habe ich persönlich aber einen neuen Favoriten.

Verschränktes Rippenbündchen

Was ihr hier seht, ist der Anfang des Rückenteils des Cypress Cardigans von Amy Herzog. Es wird mit einem Tubular Cast on (auf deutsch heißt das glaube ich Tunnelanschlag) und anschließend einem verschränkten Rippenbündchen gearbeitet. Das war zwar beides etwas fummlig, vor allem beim ersten Versuch, doch ich finde, dass das Ergebnis die Mühe wert ist. Es sieht viel ordentlicher aus, als ein normales Bündchen.

Der Tubular Cast on beginnt damit, dass zunächst die Hälfte der Maschen in einer Kontrastfarbe angeschlagen werden. Die Kontrastfarbe ist wichtig, damit man nachher sieht, was man macht. Dann werden vier Reihen beginnend mit einer Reihe linker Maschen im eigentlichen Garn gearbeitet.

Tubular Cast On 1

Dann kommt der spannende Teil. Diese vier Reihen werden jetzt zu einem Tunnel geschlossen und die Anzahl der Maschen dabei verdoppelt. Dafür hebt man den ersten „Knubbel“ von der ersten Reihe linker Maschen auf die Nadel und strickt ihn als rechte Masche ab. Da das hier ein verschränktes Bündchen werden soll rechts verschränkt, geht aber natürlich auch ohne das Verschränken. Dann wird die nächste Masche auf der linken Nadel links gestrickt. Das wiederholt man so lange, bis man am Ende der Reihe angekommen ist und voila – man hat die doppelte Maschenzahl.

Tubular Cast On 2

Dann arbeitet man ganz normal das Bündchen. Für das verschränkte Rippenbündchen werden in den Hinreihen die rechten Maschen und in den Rückreihen die linken Maschen verschränkt gestrickt.Nach ein paar Reihen fummelt man den Kontrastfaden wieder raus.

Tubular Cast On 3

Eine Anleitung in Bildern auf Englisch findet sich beispielsweise hier in der Knitty – Tubular Cast on.

Ich habe dafür meine neueste Technikbuch-Errungenschaft Cast on, Bind Off von Leslie Ann Bestor genutzt. Das Buch finde ich richtig klasse. Die Anleitungen sind verständlich und mit vielen Bildern beschrieben. Es gibt zwar noch ein anderes Buch des gleichen Titels mit 211 Anschlags- und Abkettarten, doch zur Zeit denke ich, dass mir 54 Möglichkeiten reichen werden.

Das Bündchen ganz oben ist übrigens mein vierter Versuch. Die ersten drei ergaben sich dadurch, dass ich am Ende der Reihe, in der die Maschenanzahl verdoppelt wird, plötzlich ein paar einzelne Maschen auf der linken Nadel übrig hatte. Mein Tipp: zwischendurch anschauen, was man vorher gemacht hat. Man kann recht gut sehen, ob man da einen Fehler drin hat. Ich neige anscheinend dazu, spätestens auf der Hälfte der Strecke zweimal eine Masche von unten hoch zu heben.

Der vierte Versuch ergab sich dadurch, dass der untere Rand für meinen Geschmack zu fest war. In der Anleitung steht zwar, man solle mit der gleichen Nadelstärke, ggf. sogar mit einer kleineren, arbeiten, doch mir hat das Ergebnis nicht gefallen. Bis ich zu der Erkenntnis kam, hatte ich natürlich das Bündchen schon fertig … Ich habe trotzdem nochmal angefangen. Für die ersten vier Reihen habe ich eine größere Nadel (4 mm statt 3,5 mm) genommen und für die Reihe, in der die Maschenzahl verdoppelt wird, auf die kleinere gewechselt. Jetzt gefällt der Anfang mir richtig gut. Ich glaube, dass das daran liegt, dass ich nicht mit Wolle sondern einer Bambus-Polyzeugs-Mischung stricke, die nicht wirklich dehnbar ist.

Advertisements