Der Halsausschnitt meines Shellseekers ist immer noch verbesserungswürdig. Nach dem Hinweis auf die Nähmaschine hat sich die eine oder andere bestimmt schon denken können, was ich mit dem Ausschnitt vorhabe. Im meiner ständig wachsenden Strickbuchsammlung findet sich unter anderem das Buch „Custom Knits“ von Wendy Bernard. Bei der Suche nach meinem Anschlusspullover (zur Umgehung des SAS vielleicht einer ohne Ärmel …) bin ich dort auf den Pullover Updated Old Classic gestoßen. So ein Ausschnitt soll es werden. Nein, nicht so tief wie auf dem oberen Foto, eher wie auf dem unteren, keine Sorge. Dieser Ausschnitt erschien mir wie die Lösung all meiner Probleme, denn so konnte ich:

1. Den Ausschnitt noch im nachhinein ändern, da er gesteekt wird.

2. Ein vertikales Element hinzufügen, um nicht so eine große ununterbrochene Fläche unter dem Hals zu haben.

3. Mit einer Kordel in hellblau noch einen Farbtupfer hinzufügen.

4. Die Nietzange bei Tschibo kaufen, für die mir vorher noch eine Begründung gefehlt hatte und die ich wenige Tage zuvor unter dem vorwurfsvollem Blick meines Lieblingsmanns ins Regal zurückgelegt hatte.

Ein Problem war dadurch allerdings noch nicht gelöst. Steeken hatte ich noch nie ausprobiert und beim Gedanken, einfach in so viel Arbeit mit einer Schere zu schneiden, wurde mir seeehr mulmig. Daher habe ich das Ganze erstmal an einem Probestück ausprobiert.

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Die Nähte habe ich zur besseren Sichtbarkeit in hellgrau gemacht.

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Aufgeschnitten erinnert es schon vage an das, was es mal werden soll.

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Auf der Rückseite erstmal festgesteckt.

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Dann vernäht.

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Jetzt mit Ösen.

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Und zuletzt zum Testen ein kurzes Kordelstück gedreht und eingefädelt. Sieht doch wie ein Ausschnitt aus, oder? Ich habe es schon an den Pulli angehalten. Gefällt mir.

Dann also sofort auf zum Steeken des Shellseekers? Halt halt, nicht so voreilig. Meine Erfahrungen der Probeaktion:

1. Faden in Kontrastgarn ist unpraktisch, weil man ihn am unteren Rand noch sieht.

2. Die Ösen lassen sich seeehr schwer anbringen. Entweder ich hab den Dreh einfach noch nicht raus, oder ich brauche Hilfe von jemandem mit mehr Kraft.

3. Heute bin ich zu ungeduldig, um richtig sauber zu arbeiten.

Das heißt somit, dass der Shellseeker noch ein bisschen auf die Weiterverarbeitung warten muss, bis ich wieder geduldiger bin und außerdem der Lieblingsmann wieder da ist, um die Nietenzange zu bedienen. Der wird sich freuen, wenn er Freitag Abend nach Hause kommt und erstmal mit einem Pullover und einer Nietenzange überfallen wird 🙂

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