Das Wollschaf fragt heute:

Irgendwann haben alle einmal das Stricken freiwillig oder durch einen Bildungsplan verordnet gelernt.

Erinnert ihr euch noch, wie das war?

Was machte euch die meisten Probleme?

Wann fing es an, euch richtig zu packen?

Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage

Meine Mutter hat früher sehr viel gestrickt und als Kind hatte ich tolle selbstgemachte Pullover. Mein Lieblingspullover war beispielsweise einer, auf den sie auf der Vorderseite Tabaluga auf dem Mond sitzend gestickt hatte. Klar, das ich dann auch irgendwann lernen wollte, wie man das macht. Die genaue Reihenfolge weiß ich nicht mehr, aber Sticken, Nähen, Häkeln und Stricken hat sie mir alles – zumindest rudimentär – beigebracht. So habe ich beispielsweise Topflappen für die Großeltern zu Weihnachten gehäkelt. Beim Stricken kann ich mich an einen rosafarbenen Schal in kraus rechts erinnern, den ich angefangen aber nie beendet habe. Pulswärmer und Stirnband im Rippenmuster habe ich fertiggestellt und stolz getragen. So richtig gepackt hat mich die Leidenschaft für Handarbeiten damals aber nicht.

Das nächste Mal kam ich dann mit Anfang zwanzig auf die Idee, mir einen Pullover aus der Brigitte nachzustricken. Garn und passende Nadel habe ich natürlich sofort geholt, dazu noch dieses Strickbuch.

???????????????????????????????

Nach den ersten paar Reihen – es war auch noch Bändchengarn – habe ich mir gedacht, dass es vielleicht eine gute Idee wäre, mit einem Probestück anzufangen. Ein Kinderpullover wäre doch ein guter Anfang, um zu lernen, wie man einen Pullover macht.

???????????????????????????????

Die Anleitung fand sich auch in dem Strickbuch (die Seepferdchen sind aufgestickt), aber da es gerade kein Kind zu bestricken gab, dachte ich mir – wieso nicht alles etwas kleiner in Puppengröße machen? Also habe ich einfach für alle Teile die halbe Maschenzahl oder Höhe genommen. Fertig geworden sind die Pullover nie. Weder der Puppenpullover noch der aus dem Bändchengarn, und das Strickzeug wanderte wieder in die Ecke.

Im Sommer 2011 habe ich dann das Bändchengarn wieder vorgeholt, weil ich mir daraus einen Schal machen wollte. Ungefähr 30 Zentimeter Länge habe ich geschafft, aber als Anfänger war das mit diesem Garn kein Spaß. Etwas später ist ein Arbeitskollege Vater geworden und ich kam auf die Idee, Babysocken für den Kleinen zu stricken. Damit ich nicht etwas ganz vermurkstes verschenke, habe ich zuerst mit Socken für meinen Lieblingsmann angefangen. Auf die Idee, dass Socken schwierig sein könnten, bin ich gar nicht gekommen. Ein kurzes Probestück mit einfachen Mustern aus rechten und linken Maschen müsste doch locker reichen, oder? Gestrickt habe ich die Socken nach der Anleitung aus dem Strickbuch.

???????????????????????????????

Die ist wirklich sehr anschaulich erklärt. In der Beispielsocke sind die verschiedenen Teile bunt eingefärbt, damit man immer sehen kann, welche Anleitung zu welchem Teil gehört. Bis zur Ferse ging es auch problemlos. Beim ersten Mal habe ich mich aber bei der Ferse total verhauen, weil ich die Anleitung nicht verstanden habe, und etwas produziert, was nicht an einen menschlichen Fuß passte. Der zweite Versuch hat dann aber geklappt. Abnehmen und Maschen aufnehmen habe ich bei den Socken auch gelernt. Die Socken passen sogar und werden noch getragen.

Kaum dass ich die Socken fertiggestellt hatte, habe ich auch schon die Babysöckchen angeschlagen, die auch ein Erfolg wurden. Seitdem hat mich das Strickfieber gepackt. Es gibt nur wenige Tage, an denen ich kein Strickzeug in der Hand habe, und wenn es nur ein paar Reihen abends vor dem Fernseher sind.

Advertisements